|
|
Die Geschichte einer Kirche,
und einer Pfarrei ist stets verknüpft mit der Geschichte des Dorfes und des Landes, zu der sie gehört.
Am 25. Juli 1813, dem Fest des hl. Jakobus, wurde unsere Kirche und der damalige Hochaltar zu Ehren des hl. Apostels Jakobus geweiht.
Die erste urkundliche Erwähnung der damals St. Gallus und St. Sebastian geweihten Pfarrkirche finden wir in einer Urkunde aus dem Jahr
1407. Damals wurde die Pfarrei Hessloch mit Einwilligung des Papstes Gregor XII. des von Johann von Hirschhorn gegründeten
Karmeliterkloster zu Hirschhorn inkorporiert. Damit war ab 1410 die Kaplanstelle an die Karmeliten in Hirschorn gegangen, die von da an fast ununterbrochen die Pfarrer für die Gemeinde Heßloch stellten.
Der Vorgängerbau war höchstwahrscheinlich ein Bauwerk aus romanischer Zeit. Einen Hinweis gibt uns die Festschrift zur 100-Jahrfeier 1910.
Bei den damals durchgeführten Verputz arbeiten fand man entsprechend bearbeitete Steine, die beim Wiederaufbau der Kirche von 1808 bis 1810 im Mauerwerk verwendet wurden.
Zu bemerken ist auch, dass der Vorgängerbau gegen Osten ausgerichtet war.
Informationen liegen vor und lassen auf eine kleinere Kirche schliessen.
Die Länge des Kirchenschiffs war etwa 14m, Breite etwa 8.5m Höhe etwa 7m.
Der Turm etwa 7,5m lang, 6,5m breit und 17m hoch.
Am 16. Juni 1775 musste die Kirche wegen Baufälligkeit aufgegeben werden.
Der Neubau der jetzigen Kirche war einst ein zähes Ringen um jeden Stein. Die Freiherren von Dalberg, die damals in Hessloch das Sagen
hatten, und das Kloster Hirschhorn, an das die Pfarrgemeinde angegliedert war, konnten sich nicht über die Kosten für einen Kirchenneubau einigen. 
Schließlich mussten unsere Vorfahren die Sache mehr oder minder selbst in die Hand nehmen.
Bereits 1775 hatte die Gemeinde über keine eigene Pfarrkirche mehr verfügt nachdem sie ihre alte Kirche wegen
Baufälligkeit aufgeben mussten. Eine Glocke war vom Turm gefallen.
Dieser Glockensturz war der unglückselige Schlusspunkt hinter einer ganze Serie von Katastrophen, die die Vorgänger-Kirche im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648
) und im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688 bis 1697) heimgesucht hatten. 1701 wurde die Kirche geschändet berichtet Pater Franz in seinem Tagebuch. 1711 hat Pater Franz den miserablen Zustand die Kirche und ihre
Einrichtungen beklagt. Er hat damals sie notwendigsten Reparaturen aus der Kirchenkasse bezahlt, weil ihm der Dienstweg zu umständlich und weniger Erfolg versprechend zu sein schien. Die finanziellen Mittel fehlten um grössere
Bauschäden zu beheben.
35 Jahre lang musste die Pfarrgemeinde die Hospitalkapelle für ihre Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen benutzen. Auf dem
Liebfrauenberg, nur wenige hundert Meter abseits der Straße nach Westhofen stand die Kapelle, die bereits 1326 in Urkunden erwähnt wird, und andererseits auch an eine der ältesten Stiftungen in unserer Gegend erinnert.
Nach dem Bau der „neuen Kirche“ wurde die Kapelle 1817 abgetragen. Die Kosten der neuen Kirche waren so groß, dass man die Kapelle nicht mehr unterhalten konnte. Ein Denkmal am Liebfrauenberg erinnert noch heute an diese Kapelle.
Als dann im Jahr 1806 das Heiligen Römische Reich Deutscher Nation und mit ihm die seit tausend Jahren bestehende Reichsordnung
unterging, erloschen endgültig auch die alten Fürsorgepflichten der Ortsherrschaften derer von Dalberg; zu alledem hatte die Gemeinde unter der französisch-napoleonischen Besetzung zu leiden.
Das früher so angesehene, reiche und mächtige Erzbistum Mainz war aufgelöst, die kirchlichen Güter waren eingezogen, Bischof Colmar, der erste Bischof nach den Erzbischöfen von Mainz, ging sozusagen am Bettelstab.
Die Chance eine „neue“ Pfarr-Kirche zu bekommen müsste den Menschen unter derart widrigen Bedingungen damals also fernab der Vorstellungskraft gelegen haben – und dennoch:
Unsere Vorfahren haben es, wohl motiviert durch einen tiefen Glauben, Mut und sicher auch reichlich Tatkraft geschafft, u n s e r e heutige Jakobuskirche zu erbauen.
Im Jahre 1808 entschloss sich die Pfarrgemeinde den Bau einer neuen Kirche zu beginnen.
Von 1794 bis 1815 gehörte Rheinhessen, wie alle linksrheinischen Gebiete Deutschlands, zu Frankreich.
Departement_Donnersberg
Unter der Regierung Kaiser Napoleons, der Zeit des Präfekten Jeanbon de St. Andre’ und dem damaligen Bischof Colmar, konnte endlich der Bau der heutigen Kirche begonnen werden.
Bischof Colmar
Am 20. Dezember 1783 empfing er nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Straßburg die Priesterweihe. 1802 wurde er durch Napoléon zum Bischof von Mainz ernannt. Colmar wurde am 24. August 1802 in Paris zum Bischof geweiht.
In seine Amtszeit fällt die Neustrukturierung und Neuorganisation der Reste des alten Erzbistums zum neuen Bistum Mainz. Dazu gehören
insbesondere die seelsorgerischen Aspekte, die nach dem Ende der adligen Herrschaft im alten Erzbistum neu auflebten. Colmar gründete 1803 ein Priesterseminar und berief Bruno Franz Leopold Liebermann zu dessen Regens.
Besondere Verdienste hat Colmar sich durch die Rettung der bereits zum Abriss freigegebenen Dome von Mainz und Speyer erworben. Seine Grabplatte befindet sich im Mittelgang des Mainzer Doms.
Der Grundstein
Am 25. Oktober 1808 wurde der Grundstein zum Neubau der jetzigen Kirche gelegt.
Der Grundstein enthält Pergamente in deutscher, französischer und lateinischer Sprache.
Am 16. September 1810 konnte das neue Gotteshaus zur Ehre Gottes, der Jungfrau Maria und des Kirchenpatrons Gallus von Dekan Geeb eingesegnet werden.
Zu dieser Zeit war Johannes Steingäßer Pfarrer von Hessloch,
Die Kirchweihe und Altarweihe durch Bischof Colmar
Am Sonntag, den 25 Juli 1813, dem Fest St. Jakobus des Älteren, wurde die Kirche und der Hochaltar zu Ehren des Apostels von Bischof Colmar geweiht. Die Reliquien wurden im Grab für die hl. Martyrer im Hochaltar beigesetzt und ein Schriftstück mit folgendem Text beigefügt:
Am 25.Juli 1813 habe ich, Joseph Ludwig Bischof von Mainz diesen Altar zu Ehren des hl. Apostels Jakobus geweiht. Die Reliquien der
heiligen Martyrer Amadeus, Victorinus und der anderen aus dem alten Altar übertragenen Heiligen, deren Namen wegen des Alters der Aufstellung niemand lesen konnte, habe ich beigesetzt.“
Jakobus der Ältere war einer der Jünger Christi.
Er erlitt als erster Apostel den Märtyrertod. Dies geschah auf Befehl von König Herodes zu Ostern des Jahres 44 in Jerusalem. In der 816 erbauten
Jakobuskirche in Spanien fanden die sterblichen Überreste ihre letzte Ruhestätte. Daraus entwickelte sich der berühmte Wallfahrtsort mit der Kathedrale
Santiago de Compostela, der bis zur Reformationszeit mehr Wallfahrer aufzuweisen hatte als Jerusalem. Zu dem Ort im Nordwesten Spaniens bildeten sich zahlreiche Pilgerstraßen aus ganz Eropa.
Pfarrer Steingässer schreibt in der Pfarrchronik: ”Die Reliquien der Heiligen aus den alten Altären, deren Namen wegen des Alters der
Urkunden nicht lesbar sind, habe ich in den Reliquiengräbern der Nebenaltäre deponiert, damit sie nicht entehrt werden sollen.
Dies geschah am 26.Juli 1813.”
Bei der Erbauung der Kirche hat man wohl sehr sparen müssen. Die gesamten Ausgaben betrugen 10 800 Gulden. Das Innere war kahl, der
Hochaltar stillos, Seitenaltäre fehlten. Auch für einen Turm war kein Geld vorhanden. Dass die Kirche in ihrer Verödung keine religiösen
Gefühle wecken konnte, sahen die Bessergesinnten in Heßloch wohl ein“, berichtet die Pfarrchronik.
Deshalb hat man sich 1869 entschlossen, einen Marienaltar aufzustellen.
Im Jahre 1878 wurde die Kirche innen restauriert. Dabei wurde auf Vorschlag des Mainzer Dombaumeisters ein Triumphbogen zwischen Chor und Kirchenschiff errichtet.
Dazu die Pfarrchronik:“Der Kirchenvorstand beschloss die innere Renovierung.
Der Plan des Dombaumeisters Lukas einen (arcus triumphalis) Triumphbogen vor den Chor zu setzen, fand keinen Beifall des Kirchenvorstandes aus Gründen von ungewohnten Veränderungen und der Kosten.“
Der Bogen wurde wahrscheinlich trotzdem im gleichen Jahr eingebaut, offensichtlich konnte sich der Pfarrer über die Bedenken des Kirchenvorstands hinwegsetzen. Die Flächen dieser bogenartigen Öffnung wurden von einem
Kirchenmaler ausgemalt.
Das Altarbild aus der alten Kirche
Das heute noch vorhandene Altarbild stammt aus der Antoniterkirche in Alzey.
Es wurde um 1700 für die Gemeinde erworben.
Das Bild stellt die Verherrlichung der Gottesmutter durch die heiligen Frauen dar.
Die dargestellten Heiligen sind von links unten Agnes, Barbara, Christina, Luzia, Ursula, Margarethe, Cäcilia, Katharina und Dorothea.
Im Innern der Pfarrkirche befinden sich interessante Heiligenstatuen und Fenster.
Glasfenster im Altarraum, links
Die Szene stellt die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor dar. Bei Matthäus lesen wir: “Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und Er wurde vor ihren Augen
verwandelt; Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und Seine Kleider wurrden blendend weiß wie das Licht. Da erschien plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. (Mt 17, 1-3).”
Oben in der Mitte ist also Jesus, der Herr, und die Hand darüber ist die Hand des Vaters, der sagt: Das ist mein Geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf Ihn sollt ihr hören. (Mt 17, 5).
Die Jünger, die Jesus mitgenommen hat, sehen Ihn in der Verklärung im Gespräch mit Mose und Elija. Deswegen schlägt Petrus vor, drei Hütten zu bauen. Wörtlich sagt Petrus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind.
Wenn Du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für Dich, eine für Mose und eine für Elija. (Mt 17, 4)
Die dargestellten Personen sind entweder an ihren Attributen oder an Zeichen erkennbar, die aus dem Leben
der Heiligen entnommen sind. Dabei ist Christus im Zentrum und verbindet das Himmlische, dargestellt durch die Hand Gottes, des allmächtigen Vaters und das Irdische, dargestellt durch die Vertreter aus dem Alten
Testament, Mose und Elija, und die Vertreter des Neuen Testaments, Petrus und die beiden Donnersöhne Johannes und Jakobus.
Mose ist erkennbar an den Gesetzestafeln, eine Anspielung auf die Szene auf dem Berg Sinai,
niedergeschrieben im Buch Exodus, als Mose die Zehn Gebote von Gott entgegennahm.
Elija ist erkennbar an dem Mehltopf und dem Ölkrug. Dies geht auf eine Begegnung Elijas mit der armen
Witwe zurück, beschrieben im 1. Buch der Könige, wo Elija der Witwe verheißt: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder regen auf den Erdboden sendet. (1 Kon 17, 14).
In der unteren Reihe sind die drei Apostel dargestellt, die Jesus begleiteten. Petrus ist erkennbar am Schlüssel, Johannes an dem Buch mit dem Adler, und Jakobus an der Märtyrerkrone. Er handelt sich hierbei
um Jakobus den Älteren, Bruder des Johannes und erster der Apostel, der den Märtyrertod erlitt.
Turmbau
Weil der hölzerne Dachreiter die Mauern der Kirche auseinander drückte, wurde seine Entfernung nötig.
Er sollte durch den Bau eines steinernen Turms ersetzt werden.
Am 23. August 1860 wurde der Grundstein des Turmes gelegt und 1862 wurde er fertig gestellt.
Zu dieser Zeit war Wilhelm-Emmanuel Ketteler Bischof von Mainz.
In Hessloch lebten damals 791 Katholiken, 66 Protestanten und 78 Juden.
Seit 1868 gehören die Gemeinden Dittelsheim, Frettenheim, Dorn-Dürkheim und Hillesheim als
Filialgemeinden zur Pfarrei Hessloch. Dies bestätigt Pfarrer G. H. Schlink in der Pfarrchronik.
Am 3. Mai 1869 wurde ein Mutter Gottes-Altar errichtet.
Der Hochaltar und der Josefsaltar wurden 1887 aufgestellt.
Am 8. Dezember 1903 fand die Weihe vier neuer Glocken statt. Sie waren auf die Töne D, F, G und A gestimmt. Die alten Glocken wurden nach Bechtheim verkauft.
1910 wurde die Kirche erneut renoviert, der Speicher bekam einen neuen Fußboden, zur besseren Lüftung wurden Dachfenster eingebaut, das Dach wurde ausgebessert und ein Blitzableiter installiert. Das
Innere der Kirche wurde neu gestrichen. Der Kreuzweg, der sich noch heute in der Kirche befindet, wurde angeschafft.
Die fast 100 Jahre alte Stumm-Orgel musste einer modernen Orgel mit insgesamt 20 Registern Platz machen. Sie ist, nach einigen Umbauten, bis heute erhalten.
Im Laufe des Jahres 1912 wurde in der Kirche St. Jakobus die Beleuchtung elektrifiziert.
Die Folgen des Weltkrieges 1914-18 zeigten sich auch in Heßloch. Im August 1917 mussten die drei grössten der vier neuen Glocken und die Prospektpfeifen der neuen Orgel an der Metall-Sammelstelle
des Bahnhofs Monzernheim abgeliefert werden.
Bereits kurz nach Ende des Krieges konnten zwei neue Glocken durch die Opferfreudigkeit der Gemeinde angeschafft werden. Sie wurden am
25 September 1920 geweiht. Im November 1921 kam die Gemeinde wieder in Besitz neuer Prospektpfeifen. Aus Kostengründen waren
diese Pfeifen allerdings aus minderwertigem Zink. Bei der Orgelrenovierung 1998 wurden sie durch neue Zinnpfeifen ersetzt.
Bei der Renovierung 1936 wurde der 1878 eingebaute Bogen wieder entfernt.
Der Hochaltar wurde etwas erhöht, die Trennung zwischen
Altarraum und Kirchenschiff geöffnet.
Im Zweiten Weltkrieg fielen einige Bomben auf Felder rings um Heßloch. Die Fenster der Kirche gingen teilweise zu Bruch, aber Menschen kamen Gott sei Dank nicht zu
Schaden. 1942 wiederholte sich, was die Gemeinde bereits aus dem Ersten Weltkrieg kannte: Zwei von drei Glocken mussten vom Turm geholt werden.
1948 konnte man durch Spenden die zerbrochenen Fenster wieder ersetzen.
Am 11.2.1953 wurden vier neue Glocken von Bischof Albert Stohr geweiht, die
bis heute im Hesslocher Kirchturm hängen.
Immer wieder wurden einige grössere Umbau - und Renovierungsarbeiten an der Kirche, der Sakristei und der Orgel nötig: 1930, 1963 und 2006 wurde die Kirche neu gestaltet.
Der jetzige Hochaltar wurde 1963 durch Bischof Hermann Volk geweiht.
Der neue, in die Mitte der Gemeinde gerückte Zelebrationsaltar wurde
am 28.1.2007 von Bischof Karl Kardinal Lehmann geweiht.
Umgestaltung und Renovierung 1962
Die Kirche wurde öfter renoviert und ist dabei jeweils dem Geschmack der Zeit angepasst worden.
So steht in der Pfarrchronik: „Am 1. 5. 1962 begann in unserer Pfarrkirche eine grössere Renovierung.
Alle drei (Altäre), aus vielen Stilelementen zusammengebaut, stellen keinen grossen Wert dar und werden nicht mehr aufgestellt.
Der Hauptaltar ohne festes Sepulcrum, so nennt man die im Altarstein für Reliquien vorgesehene Stelle, ist sowieso nicht mehr zu verwenden.
Unter dem Holzaltar kommt eine ausgebeulte Sandsteinmensa ohne Reliquien aus dem Jahre 1630 zum Vorschein. Der Kern des Altares ist
primitiv aus Backsteinen gemauert, zwischen Mensa und Kern ein ganz einfaches Sepulcrum mit vier Reliquiengefäßen: ein Glas, ein Lederetui
und zwei Bleigefäße, nur eins ist noch einwandfrei versiegelt. Ausgewiesen Bischof Joseph Ludwig Colmar, wohl 25. 7. 1813.
Die Eröffnung des Sepulcrum geschieht am 7. Juni durch Probst Adams aus Worms.“
Der Hochaltar wurde durch einen massiven Altar aus grauem Marmor ersetzt.
Die Sakristei wurde umgebaut.
Neue Bänke, ein neuer Fussboden und eine elektrische Heizungsanlage wurden eingebaut.
Die Beichtstühle, das Altarbild und die Kanzel wurden renoviert. Der Außenputz der Kirche wurde komplett erneuert, das Dach des Längsschiffes komplett saniert.
Auch der Turm wurde neu eingedeckt.
Die Pfarrchronik berichtet weiter:
„Ein abgängiger Seitenaltar aus der Gemeinde Mölsheim wurde beschafft.
(Siehe Bild links)
Die Barockmadonna, die früher neben dem Hochaltar stand, wurde auf den Seitenaltar gestellt.
Dieser steht heute an der linken Seite, gegenüber der Kanzel aus der Bauzeit.
Anstelle der Turmuhr setzte man dort das Fenster der linken Seite des Turmes im Eingang der Kirche ein.
Das Gotteshaus wurde in einem grauen Farbton gehalten, die Decke in einem lichten gelb.
Die Renovierung kostete damals 135.430,65 DM
Am 28.7.1966 wurde ein elektrisches Geläut für die vier Glocken montiert.
1968 und 1998 wurde die Orgel renoviert.
Am 14.4.1980 wurde die Kirche mit neuen Farben versehen, die 1962 entfernten Skulpturen wurden an den Seitenwänden wieder angebracht.
Die Renovierung dauerte acht Wochen und wurde ausschliesslich aus Mitteln
und Spenden der Pfarrgemeinde finanziert.
Die Renovierung 2006
Zwischen 20.5.06 und 26.1.2007 wurde unsere Kirche renoviert und umgestaltet.
![]() |
Es waren folgende Aufgaben zu bewältigen: Beseitigung der Bauschäden, die zum Teil auch durch die großen Schwankungen des Turms (beseitigt 17.9.2001) und Schäden der Fundamente verursacht wurden, man stellte fest, dass die Kirche keine eigentlichen Fundamente hat.
Demontage der Elektroheizung, die unter den Kniebänken installiert war. Sie erreichte eine Oberflächentemperatur von 120°C und stellte eine
Gefährdung der Gottesdienstbesucher dar. Zudem kam es auf der Empore im Bereich der Orgel durch die daneben installierte Rohrheizung während der kurzen Aufheizphasen zu starken Temperaturspannungen in der Orgel.
Die jetzige Heizung wird mit Gas betrieben und besitzt drei Wärmestationen.
Die liturgischen Orte wurden neu gestaltet mit Neuerwerb eines Altars, Ambos und Tabernakels, Schaffung einer Nische mit Marienverehrung,
Teilerneuerung des Putzes, Neuverlegung des Fußbodens etc.
Für das an der Chorrückwand befestigte Altarbild wurde eine neue Retabelwand über dem Altar errichtet, die einerseits die Tiefe des großen
Altares reduziert und andererseits dem mächtigen Gemälde eine gebührende Rahmung verleiht.
Dieses Ensemble aus Altar, Retabelwand, Tabernakel und Gemälde erinnern an einen Hochaltar wie er vor 1963 vorhanden war.
Die Bänke sind so angeordnet, dass sowohl dem Gedanken der
Wegekirche, als auch dem Gedanken der gemeinschaftlichen Versammlung um den Altar Rechnung getragen wird. Der Altar steht stärker im Zentrum, der Tabernakel findet seinen Platz im Zentrum der Apsis, so dass alle Kirchenbesucher auf das
Allerheiligste schauen können.
So entstand ein Modell, das der baulichen Gestalt unserer Kirche Rechnung trägt, auf die Zukunft ausgerichtet ist und von einer großen Mehrheit unserer Gemeinde mitgetragen wird. Es bewahrt
die Tradition und ist zugleich modern. Tabernakel, Ambo und Altar liegen auf einer Achse. Das ist nicht nur von der Symmetrie, sondern auch liturgisch sinnvoll.
Neuer Altar
Am 28.01.2007 feierte die Gemeinde Dittelsheim-Hessloch gemeinsam mit dem Bischof Karl Kardinal Lehmann die Wiedereröffnung
und die Weihe des neuen Altares.
Der Altar, den der Künstler Hans Rams geschaffen hat, steht fast genau im Zentrum der Kirche, die Bänke sind seitlich und zum Eingang hin angeordnet.
Als zentraler Ort in der Mitte der Kirche, in der Mitte der Gemeinde, in der Mitte jeglichen christlichen Lebens, sei der Altar, so Kardinal Lehmann, als Zeichen der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu verstehen.
Zwischen den zwei übereinander liegenden Steinplatten des Altars ist ein Hohlraum in Form eines Kreuzes eingearbeitet, in dessen Mitte eine Einbuchtung für die Reliquien geschaffen wurde.
Es liegt eine Urkunde bei, die auf die Namen der Heiligen hinweisen.
![]() |
Das neue Fensterbild über der Eingangstür baute Fa. Münch auf Grund des siebzigsten Geburtstages unseres Bischofs Karl Kardinal Lehmann als Geschenk an ihn ein. 
Wir danken der Fa. Münch aus
GROSS-UMSTADT und unserem Bischof Karl Kardinal Lehmann für dieses Fenster in unserer Kirche.
Erklärung zum Fenster: „Die Grundlage ist Christus im Zentrum des Bildes,
der für uns gestorben ist zur Vergebung unserer Sünden.
Das Bild weist die Trinität - Vater - Sohn - Heiliger
Geist auf, sowie die Wege des
Lebens in der Gemeinschaft der Menschen im Zelt der Kirche.“
![]() |
200 Jahre Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä.
Am Sonntag, den 2.5.2010 feierte die Pfarrgemeinde St. Jakobus in Hessloch den 200. Jahrestag der katholischen Pfarrkirche.
Die Liturgie des festlichen Pontifikalamtes zelebrierte Weihbischof Dr. Werner Guballa mit den Pfarrern Michael Roos und Alfons Blumenfeld.
Die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes übernahmen die Kirchenchöre der Gemeinden Hessloch, Herrnsheim und Westhofen unter Leitung von Stephan Wernersbach, Christian Bonath spielte die Orgel.
In seiner Predigt erinnerte Dr. Guballa an die Geschichte der Kirche, die mit bescheidenen Mitteln am 16. September 1810 benediziert wurde und an die widrigen Zeitumstaände um 1800.
Mit dem Weihetag feiern wir auch den Geburtstag der jetzigen Kirche. Wir wissen von den Vorgängerinnen, die urkundlich erwähnt sind, und
kommen aber auf dem Weg der Geschichte zu der Erkenntnis, dass nicht für das Bauwerk allein diese Gemeinde dankt.
Sie dankt vielmehr für ein Haus aus lebendigen Steinen, für Menschen aus der Geschichte dieser Gemeinde und für Menschen, die in der Gegenwart das Leben von St. Jakobus und St. Sebastian prägen, führte der Weihbischof aus.
![]() |
200 Jahre, eine Zusammenfassung Stand Ostern 2010
Anlass zur Freude gab es aber innerhalb des Gebäudes, in dem Sonntag für Sonntag nicht nur Gottesdienste zelebriert, sondern auch Taufen
und Hochzeiten gefeiert wurden, die jährlich von den 35 Seelsorgern seit 1810 chronologisch verzeichnet wurden.
Insgesamt 4966 mal wurde das weise Taufkleid den Täuflingen übergezogen, d.h. dass durchschnittlich 25 Taufen jährlich durchgeführt wurden
Im Jahr 1810 waren dies 22 und im Zuge des starken Bevölkerungszuwachs' im 19. Jahrhundert stieg diese Zahl auf bis zu 47, die in den
Jahren 1872 und 1901 erreicht wurden. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte sich die jährliche Taufzahl auf +/- 20 ein, während ab der
Zeit des so genannten „Pillenknicks" nur noch 10 Kinder im Schnitt getauft wurden. Den traurigen Rekord von einer Taufe hält übrigens das vergangene Jahr.
Bevor Mutter und Vater mit dem Neugeborenen zur Taufe schreiten, sollte natürlich geheiratet werden.
In den letzten zweihundert Jahren gaben sich insgesamt 1364 Paare das Jawort, was einem Jahresdurchschnitt von ca. 7 Trauungen entspricht.
Rekordjahr ist 1972 mit 17 Eheschliessungen, während in den Jahren 2006, 2008 und 2009 in Heßloch nicht kirchlich geheiratet wurde.
In den Jahren der beiden Weltkriege kam es natürlich ebenfalls zu wenigen Hochzeiten, aber jeweils 1919 und 1946 kam es zu starken
Anstiegen Letztlich bleibt zu hoffen, dass der negative Trend der letzten Jahre sich wieder wendet und sich mehr junge Paare (auch ältere)
trauen, bewusst in der Kirche „Ja" zu sagen und irgendwann dann mindestens einmal, besser zwei- oder mehrmals ein Neugeborenes durch die Taufe in unserer schönen Pfarrkirche der Liebe und Fürsorge Gottes anvertrauen.
|
|
(In Dehios Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler lesen wir über die Kunstschätze der
Heßlocher Kirche: “1810, Saalbau mit dreiseitigem Schluß, Turm 1860.- Über dem neuen
Hochaltar großes Ölgemälde einer Verherrlichung Mariä in figurenreicher Komposition,
erste Hälfte 17.Jh., niederländisch anmutend; angeblich aus dem Antoniterkloster in Alzey.
Furnierter Seitenaltar mit Muttergottes, Mitte 18. Jh., aus Mölsheim.-Runde Kanzel, um
1810. [...] Zwei Beichtstühle um 1760. - Reizender hl.Wendelin, um 1770.- In der Vorhalle
einfache spätgotische Muttergottes aus der 1806 abgebrochenen Gnadenkapelle von 1728
vor dem Ort. - Hl. Kümmernis,18. Jh."
Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz/Saarland. 2.
bearbeitete und erweiterte Auflage München 1984. Seite 369)